E-Mail-Support : info@spyzoo.de

Ihre Vorteile bei Spyzoo

Spionage Lexikon

Spionage – Gestern und Heute

Seitdem Menschen zusammenleben und um Macht kämpfen, ist Spionage existent. Das so genannte „Herrschaftswissen“ zeichnet sich vor allem durch geheime Informationen über militärische, politische und wirtschaftliche Gegebenheiten einer gegnerischen Gruppe oder eines Einzelnen. So, wie die zahlreichen Spione der Antike, sind auch die Spione der modernen Geheimdienste um kein Mittel verlegen, um an geordertes bzw. notwendiges Wissen zu gelangen. Seit frühester Zeit führt Spionage auch mittels illegaler und unmoralischer Methoden zum Ziel.

So findet sich ausgehend von der Antike bis in die Moderne, Spionage stets dort, wo Macht konzentriert war bzw. ist. Als einen der ersten besonders weitsichtigen Regenten über ein großes Reich, ist der persische König Kyros II. zu nennen. Er sandte seine Kuriere in alle Landesteile, um Berichte über die Stimmung in seinem Volk zu sammeln. Die belauschten Gespräche dienten im Rahmen seiner Politik als wichtige Entscheidungshilfe.

Bei einem Vergleich der Gepflogenheiten der alten Ägypter, Perser, Griechen und Römer, lässt sich sagen, dass in China im Rahmen geheimer Erkundungstouren, wesentlich strukturierter und taktischer vorgegangen wurde. So verfasste etwa um 500 v. Chr. Sun Tzu „13 Gebote chinesischer Kriegskunst“, welche dort bis heute verbindlich sind. So stellte er fest, dass Vorhaben und Pläne mehrfach zu ändern wären und Umwege notwendig seien. Der Stratege empfahl sogar in seiner Schrift, eigene Kommandeure und Soldaten irrezuführen.

Es besteht die Annahme, dass diese Handschrift ab dem zweiten Jahrhundert von chinesischen Einwanderern nach Japan gebracht wurde und in die bereits bestehenden Grundstrukturen japanischer Kriegsführung und Militärkunst integriert wurde. So nahmen während des Aufstiegs des Militäradels im 12. Jahrhundert zahlreiche erfolgreiche Heerführer Ninjas, welche in dieser Zeit andere Namen wie beispielsweise „Rappa“ trugen. Dies war davon abhängig, ob sie für Sabotage, Attentate oder als Aufklärer eingesetzt wurden. Es existierten zur gleichen zeit auch bereits die so genannten „Samurai“, Krieger wurden aber von der Allgemeinheit „Bushi“, also „Kämpfer“ genannt, welche aus einer kleinen Gruppe adeliger Samurai bestand. Diese befehligten das Fußvolk, und diesen untergeordnet die Bauern, welche im Kriegsfall zu den Waffen gerufen werden konnten. Geändert hat sich dieser Umstand zum Ende des 16. Jahrhunderts, als die vier Stände der Krieger, Bauern, Handwerker und Kaufleute streng getrennt wurden.

Einige Jahrhunderte später, zum Zeitpunkt des Zusammenbruches der DDR existierten in der Bundesrepublik Deutschland etwa 2000 aktive MfS-Spione, wie die veröffentlichte Auswertung der so genannten Rosenholz-Dateien im März 2004 ergab. Die integrierte „Hauptverwaltung Aufklärung“ wies einen „Mitarbeiterstab“ von etwa mit 20000 auf. Vor allem unterstützte das Ministerium in der Bundesrepublik Deutschland ihm nützlich erscheinende politische Kräfte. So wurden unter dem Decknamen „Gruppe Ralf Forster“ in der DDR ausgewählte Kader unter anderem im Nahkampf und Sprengstoffeinsatz unterrichtet. Noch vorhandene Unterlagen des Ministeriums zu dieser Gruppe wurden zum Teil vernichtet und im Jahr 2004 wieder rekonstruiert. Daraus ging hervor, dass die Agenten der Abteilung für Spezialkampfführung eine militärische Besetzung des „Operationsgebietes“ durch Diversion, Spionage und Sabotage vorbereiten sollten. Diese waren in der Bundesrepublik und unter anderem auch in der Schweiz aktiv.

Darüber hinaus wurden Mitglieder der RAF in der Handhabung von Waffen und Sprengmitteln unterrichtet. So belegen Akten, dass einige Aussteiger der „Rote Armee Fraktion“ in der DDR Schutz vor westlicher Strafverfolgung mittels Erhalt einer neuen Identität bekamen. Aufgrund der besonderen politischen Tragweite dieser Operation wurden diese ehemaligen Terroristen ständig überwacht und getrennt voneinander angesiedelt. Das angestrebte Ziel dieser Maßnahmen war die Sicherstellung des Einblicks in die innere Führung dieser Organisation und die Einflussnahme auf sie. Damit sollte verhindert werden, dass es in der DDR zu ähnlichen Aktivitäten kommt.

Im Normalfall sind Spione im Geheimen tätig und setzen auch alles daran, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Doch sind trotz allem einige bekannt, um nicht zu sagen berühmt geworden. Im Folgenden nun einige Beispiele

Zu Beginn der Spionage wurden lediglich Ohren und den Mund als Spionagegadgets benutzt: Menschen wurden abgehört und Ergebnisse an die Auftraggeber weitergeleitet. In spätere Folge wurden Geheimschriften entwickelt, zu dessen Dechiffrierung ein Code benötigt wurde. Im laufe der Zeit wurden technische Hilfsmittel entwickelt und ständig weiter verbessert.

Nicht nur militärische, auch wirtschaftliche Geheimnisse sind schon früh das Ziel von Spionen geworden. Als beispielsweise der Handel mit Waren wie Gewürzen, Farbstoffen oder Stoffen wird immer bedeutender wurde und Rohstoffe und Rezepte schon strengen Bestimmungen unterlagen, gelang es immer wieder, derartige Monopole zu brechen. So schmuggelten im Jahre 553 nach Christus zwei Mönche in ihren Wanderstäben Seidenraupen und Samen des Maulbeerbaums aus China nach Konstantinopel. Damit wurde das Oströmische Reich in die Lage versetzt, selbst die begehrte Seide anbauen, anstatt sie zu importieren.

Seit der Neuzeit dient die Spionage in nahezu allen Staaten zur Beschaffung von Informationen. Im 16. Jahrhunderts fingen englische Spione die Briefe der schottischen Königin Maria Stuart ab, welche später ihr Todesurteil bedeuteten. In Frankreich legte Kardinal Richelieu mit Hilfe eines weit reichenden Netzes die Grundlage für den französischen Absolutismus. Napoleon Bonaparte entwickelte dies zu Beginn des 19. Jahrhunderts weiter. So ließ er Dossiers zu allen wichtigen Persönlichkeiten seiner Zeit anfertigen, um herauszufinden, ob und in welcher Weise diese erpressbar waren. Auch die Presse wurde ausspioniert und kontrolliert. Zudem platzierte er jeweils einen Spion in den höchsten österreichischen Militärkreisen, dessen Wirken letztendlich zur Kapitulation Österreichs führte. Doch schlussendlich wurde er von den Gegner mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Die Niederlage im belgischen Waterloo erlitten Napoleons Truppen, nachdem englische Spione die geheimen Marschrouten des französischen Heeres in Erfahrung gebracht hatten.

Nach dem Erfolg der Russischen Revolution des Jahres 1917 existierten Geheimdienste in zunehmend ideologischer Ausprägung. Als Höhepunkt ist der "Kalte Krieg" zwischen 1945 und 1989 anzusehen, wo sich die von den USA geführten Westmächte und der von der Sowjetunion dominierte Ostblock gegenüber standen. Im Rahmen dessen wurden Aufklärungssatelliten und Spionageflugzeuge eingesetzt und Telefonate und Funksprüche abgehört. Die Aufklärung wurde zwar weiterhin von Menschen durchgeführt, doch wurde die Arbeit aufgrund wachsender Informationsmengen erschwert. Es gelang kaum, noch weitere Agenten zu platzieren. So wurde dazu übergegangen, Verbindungsleute in den Reihen des Gegners zu gewinnen, auch Überläufer versorgten die Dienste mit Informationen.  Verlässlichkeit war in solchen Fällen oft nicht gegeben, da es sich auch um Doppelagenten handeln konnte. Diese waren weiter für ihr Herkunftsland tätig und hauptsächlich mit dem streuen von Falschinformationen beschäftigt waren.

Im 19. Jahrhundert wurden Geheimdienste vermehrt im Inland eingesetzt. Nach dem Ende des Wiener Kongresses im Jahre 1815, verfuhren Herrscher rigoros gegen revolutionäre Umtriebe in den eigenen Ländern, wodurch das Spitzelwesen aufblühte. Auch nach der Gründung des Deutschen reiches durch Bismarck wurden politische Gegner beschattet und infiltriert. Anfangs des 20. Jahrhunderts wandelten sich Geheimdienste dank neuer Technologien wie Telegraf, Telefon und Funkverkehr. Die solchermaßen „verbesserte“ Spionage wurde zum Leidwesen vieler bürokratisiert und Nachrichtendienste eingerichtet, um die größer werdende Flut an Informationen zu sammeln, einzuordnen und aufzuarbeiten.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion orientierten sich Geheimdienste in der Weise, da auch Terroristen, organisierte Kriminelle und Verfassungsfeinde überwacht werden mussten. Neben Politik, Militär bzw. Polizei entwickelte sich ein weiterer Bereich, die Wirtschaft, in welcher mehr und mehr Geschäftsgeheimnisse ausspioniert wurden und werden.